Unternehmerische Entwicklung · Nachfolge
Unternehmensnachfolge in Österreich. Zulässig ist noch nicht übergabefähig.
Wie viele Betriebe bis 2035 vor der Übergabe stehen, wie lange eine Nachfolge wirklich braucht, wer dir wobei hilft und acht Fragen, ob dein Unternehmen übergabefähig ist.
30 Minuten sprechen01
Was versteht man unter Unternehmensnachfolge?
Unternehmensnachfolge heißt, dass Eigentum und Führung eines Unternehmens an jemand anderen übergehen: an die nächste Generation in der Familie, an Mitarbeiter:innen oder an jemanden von außen.
Betriebsnachfolge und Betriebsübergabe meinen dasselbe, nur aus zwei Blickwinkeln.
Meistens wird über Recht, Steuern und Bewertung gesprochen.
Das ist alles nötig. Recht und Steuer machen eine Übergabe zulässig.
Übergabefähig machen sie dein Unternehmen nicht.
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Wie viele Betriebe in Österreich vor der Übergabe stehen
Laut der neuen Nachfolgestudie der KMU Forschung Austria stehen von 2026 bis 2035 rund 56.600 Arbeitgeberbetriebe zur Übergabe an. Das ist etwa ein Viertel aller Arbeitgeberbetriebe, mit fast 780.000 Beschäftigten (KMU Forschung Austria, Oktober 2026).
Bis 2030 sind es rund 26.800.
Die Studie ist noch ein vorläufiger Endbericht. Die Zahlen können sich also noch leicht ändern.
Und etwas hat sich gedreht: 55 % der befragten Übergaben gingen an jemanden außerhalb der Familie. 2019 war es noch umgekehrt.
In Familienunternehmen bleibt die Nachfolge dagegen weiterhin häufiger in der Familie.
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Wie lange eine Nachfolge wirklich braucht
Die eigentliche Übertragung geht oft schnell. Laut der Studie dauerte sie bei 52 % der befragten Übergaben höchstens sechs Monate.
Was tatsächlich Zeit braucht, ist die Vorbereitung.
Laut derselben Studie begann die Planung bei 70 % der Fälle höchstens ein Jahr vor der Übergabe.
Die befragten Fachleute halten dagegen mindestens drei bis fünf Jahre Vorlauf für nötig.
Warum? Eine Unterschrift ist schnell gesetzt. Ein Unternehmen, das an einer Person hängt, braucht länger, bis es an jemand anderem hängen kann.
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Was Nachfolgen schwer macht
Als größte Hürden nennt die Studie die Suche nach passenden Nachfolger:innen, die Planung, Steuern und die Finanzierung.
Woran Nachfolgen tatsächlich scheitern, beschreiben die befragten Fachleute so: bei externen Übergaben oft an der Finanzierung.
Innerhalb der Familie vor allem an fehlender Kommunikation und fehlendem Vertrauen.
Ein Satz aus der Studie trifft es genau: „Das Loslassen der Übergeber-Generation fällt schwer, insbesondere wenn Nachfolgerinnen oder Nachfolger das Unternehmen anders führen.“
Und als Erfolgsfaktor nennt sie eine „klare Rollenverteilung zwischen Übergeber/innen und Nachfolger/innen“.
Und Rollen sind genau mein Thema.
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Acht Fragen: Ist dein Unternehmen übergabefähig?
Beantworte sie ehrlich mit Ja oder Nein.
- Gibt es Entscheidungen, die heute nur du treffen kannst, weil niemand sonst das Wissen hat?
- Kennen deine wichtigsten Kund:innen jemanden im Unternehmen außer dir?
- Ist aufgeschrieben, wer was entscheidet?
- Gibt es eine zweite Führungsebene, die wirklich führt?
- Gibt es jemanden, der heute schon Entscheidungen trifft, die früher nur du getroffen hast?
- Weißt du, welche Rolle du nach der Übergabe haben willst? Oder keine?
- Hast du mit möglichen Nachfolger:innen schon offen darüber gesprochen, was sich ändern darf?
- Hältst du es aus, wenn jemand dein Unternehmen gut führt, nur eben anders als du?
Jedes Ja bei Frage 1 und jedes Nein bei den Fragen 2 bis 8 ist eine Baustelle vor der Übergabe.
Je mehr Baustellen, desto früher solltest du anfangen.
Sonst übergibst du kein Unternehmen. Du übergibst dich.
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Wer dir wobei hilft
- Steuerberatung: Bewertung, steuerliche Gestaltung der Übergabe.
- Rechtsanwält:in und Notar:in: Verträge, Gesellschaftsrecht, Erbrecht.
- Wirtschaftskammer: Beratung im Gründerservice und die Nachfolgebörse, auf der Übergeber:innen und Nachfolger:innen einander finden.
- Bank: Finanzierung für die Nachfolger:innen.
Und dann die Frage, für die es selten eine Adresse gibt: Wie wird aus einem Unternehmen, das an dir hängt, eines, das jemand anderer führen kann?
Das ist meine Arbeit, auch ohne Übergabe: Rollen, Entscheidungswege und Schlüsselfunktionen so zu klären, dass Verantwortung auf mehreren Schultern liegt.
Vor einer Übergabe wird genau das dringend.
Zuerst die Rollen, dann die Personen.
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Was das mit deinem Leben zu tun hat
Eine Nachfolge ist auch eine Lebensphase.
Für die Übergeber:in endet etwas, an dem oft Jahrzehnte hängen. Für die Nachfolger:in beginnt eine Rolle, die sie sich erst nehmen muss.
Beides braucht Zeit. Und beides geht leichter, wenn klar ist, wer wofür steht.
Mehr zu Phasen und Rollen: Unternehmensentwicklung.
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Häufige Fragen
Wie viele Unternehmen stehen in Österreich vor der Übergabe?
Laut KMU Forschung Austria rund 56.600 Arbeitgeberbetriebe von 2026 bis 2035, davon rund 26.800 bis 2030. Die Studie ist noch ein vorläufiger Endbericht.
Was bedeutet Betriebsnachfolge?
Dasselbe wie Unternehmensnachfolge, nur mit Blick auf den Betrieb. Die Begriffe werden meistens gleichbedeutend verwendet.
Wie früh sollte ich mit der Nachfolge beginnen?
Die von der KMU Forschung Austria befragten Fachleute empfehlen mindestens drei bis fünf Jahre Vorlauf, erste Überlegungen rund zehn Jahre vorher.
Was kann ich tun, damit mein Unternehmen übergabefähig wird?
Entscheidungen aufschreiben und verteilen, eine zweite Führungsebene aufbauen, Kund:innenbeziehungen auf mehrere Schultern legen und früh mit möglichen Nachfolger:innen über Rollen sprechen.
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