Melanie Puffer · HR Inside Summit 2026
Die Stelle ist seit Monaten offen
Wann Recruiting das Problem ist. Und wann es nur die Stelle ist, an der etwas sichtbar wird.
30 Minuten sprechen01
Was wir dann tun
Eine Position ist seit Monaten offen.
Was machen wir?
Wir ändern die Stellenanzeige.
Wir starten Active Sourcing.
Wir beauftragen einen Headhunter, setzen eine Kampagne auf oder überarbeiten das Employer Branding.
Das kann alles richtig sein.
Recruiting ist übrigens mein persönliches Lieblingsthema, ich komme daher.
Gerade deshalb weiß ich, wie schnell man dort am eigentlichen Thema vorbeiarbeitet.
02
Zweimal in Rekordzeit besetzt, zweimal wieder weg
Ich hatte einmal einen Recruitingauftrag, bei dem ich nach dem Briefing ziemlich schnell dachte: Diese Position bekommen wir gut besetzt.
Es musste schnell gehen.
Der Druck war da.
Also habe ich genau das gemacht, wofür ich beauftragt war: gesucht, gefunden, besetzt.
In Rekordzeit.
Eigentlich eine Erfolgsgeschichte.
Bis die neue Mitarbeiterin im Probemonat wieder weg war.
Ich habe nachbesetzt – ebenfalls in Rekordzeit.
Und genauso schnell war auch die zweite Mitarbeiterin wieder weg.
Mich hat interessiert: Warum?
03
Was erst danach sichtbar wurde
Wir haben genauer hingeschaut.
Das, was die Position in der Realität verlangt hat, hat nicht zu dem gepasst, womit wir in die Suche gegangen waren.
Wir hatten sehr schnell für das gesucht, was unser Kunde zu brauchen glaubte.
Was diese Rolle in dieser Organisation tatsächlich leisten muss, hatten wir vorher nicht geklärt.
Ich hatte meinen Recruitingauftrag erfüllt.
Das Problem des Unternehmens war damit nicht gelöst.
Solche Erfahrungen haben meine Arbeit verändert.
04
Fünf Fragen vor der nächsten Suche
- Wissen wir genau, wen wir suchen?
- Wofür soll diese Person tatsächlich verantwortlich sein?
- Welche Entscheidungen darf sie treffen?
- Passt die Rolle, die wir ausschreiben, zu dem, was das Unternehmen gerade braucht?
- Ist das Umfeld überhaupt bereit für diese Person?
Und vielleicht die unangenehmste Frage:
Müssen wir diese Position wirklich besetzen? Oder schreiben wir gerade eine Stelle aus, nur weil es sie bisher auch gegeben hat?
05
Wann es wirklich ein Recruiting-Thema ist
Manchmal ist der Markt eng, und der Fachkräftemangel ist keine Ausrede, sondern die Lage.
Manchmal ist die Anzeige schwach, oder es weiß schlicht niemand, dass es euch gibt.
Dann hilft Recruiting, und zwar richtig.
Das wisst ihr allerdings erst, wenn die Rolle klar ist.
Solange sie unklar ist, sucht ihr sehr professionell nach jemandem, den es so gar nicht gibt.
06
Diese Geschichte erzähle ich auch in Wien
Am 15. Oktober 2026 stehe ich beim HR Inside Summit in der Hofburg auf der Bühne, um 10 Uhr auf der Side Stage Blau.
Die Recruiting-Geschichte von oben ist dort ein Teil meiner Session, zusammen mit der Frage, die in solchen Fällen meistens zu spät kommt: Was soll diese Rolle eigentlich leisten?
07
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis eine Stelle besetzt ist?
Eine Durchschnittszahl hilft dir an dieser Stelle wenig, weil sie nichts über deine Rolle sagt. Die nützlichere Frage: Geht die Zeit beim Suchen verloren oder vorher, beim Klären der Rolle?
Neue Mitarbeiter gehen in der Probezeit. Woran liegt das?
Rechtlich ist das schnell erklärt, inhaltlich selten. Es kann an der Person liegen. Ich habe aber erlebt, dass die Stelle nicht zu dem gepasst hat, was die Organisation tatsächlich gebraucht hat. Dann geht auch die nächste Person wieder.
Ist die Stellenanzeige das Problem?
Manchmal ja. Prüfen kannst du das aber erst, wenn du sagen kannst, wofür diese Person verantwortlich sein soll und welche Entscheidungen sie treffen darf.
Liegt es am Recruiting oder an der Rolle?
Wenn sich kaum jemand meldet, ist es oft Sichtbarkeit oder Markt. Wenn Leute kommen und schnell wieder gehen, schau zuerst auf die Rolle.
08
Wer das schreibt
Ich bin Melanie Puffer, Unternehmensberaterin und Business-Mentorin mit Fokus auf Führung, Entwicklung und Rollen in Organisationen.
09
Weiterlesen
Du hast eine Position, die seit Monaten offen ist? In 30 Minuten schauen wir gemeinsam drauf, was diese Rolle leisten muss.
30 Minuten. Du entscheidest danach, nicht davor.