Business-Mentoring für selbständige Frauen: Das Problem ist selten die Disziplin.
Du bist nicht hier, weil du zu wenig arbeitest.
Du bist hier, weil du zu viel trägst.
Das sind zwei völlig verschiedene Probleme, und nur eines davon lässt sich mit einem besseren Kalender lösen.
Von außen sieht dein Unternehmen gut aus: Team da, Aufträge da, Umsatz da, vielleicht sogar Wartezeit bei der Terminvergabe.
Innen hängt erstaunlich viel an einer einzigen Person.
Du wirst ständig gefragt.
Du gibst Freigaben.
Du kontrollierst.
Und du machst das nicht, weil du Kontrolle liebst, sondern weil es bisher immer schneller ging, wenn du es selbst gemacht hast.
Der Satz, den ich in solchen Situationen immer wieder höre, klingt ungefähr so: "Erklären dauert länger, als es einfach selbst zu machen."
Stimmt sogar.
Einmal.
Beim zwanzigsten Mal stimmt er nicht mehr, aber da ist die Gewohnheit schon gebaut.
Und genau das wird irgendwann zum Problem.
Warum gute Leute dein strukturelles Problem nicht lösen
Die naheliegende Antwort lautet: mehr Personal, bessere Leute, endlich die richtige Assistenz.
Ich komme aus HR, Recruiting und Personalberatung, und mein Kernbefund aus dieser Zeit ist ziemlich unbequem: Recruiting kann eine offene Stelle besetzen, aber Recruiting kann kein strukturelles Problem lösen, das dazu führt, dass diese Stelle immer wieder offen wird.
Sobald es um Menschen, Mitarbeiter:innen oder Kultur geht, landet das Thema sehr häufig bei HR.
HR soll es dann richten.
Ich habe aber viel zu oft gesehen, dass HR gar nicht der entscheidende Hebel ist.
Der Hebel liegt eine Ebene darüber: in den Entscheidungen, die nur du triffst, und in den Entscheidungen, die eigentlich längst jemand anderes treffen könnte.
Was bei selbständigen Frauen oft dazukommt
Du bist eine High Performerin.
Du kannst viel, du übernimmst viel, du bist schnell, du löst Probleme, du trägst Verantwortung.
Das hat dich hierher gebracht.
Und es ist exakt der Grund, warum du jetzt feststeckst: Was dich aufgebaut hat, hält dich inzwischen fest.
Dazu kommt ein Reflex, den ich bei Unternehmerinnen besonders oft sehe: zuerst zweifeln, ob man selbst nicht einfach schlechter organisiert ist als alle anderen.
Bist du vermutlich nicht.
Du hast nur ein Unternehmen gebaut, das auf deine permanente Anwesenheit ausgelegt ist, und das merkt man erst, wenn man drei Tage am Stück nicht erreichbar sein will.
Rechne es einmal nach: Wie viele Stunden pro Woche gehen bei dir für Entscheidungen drauf, die jemand anderes in deinem Team mit etwas Rahmen genauso gut treffen könnte?
Multipliziere das mit deinem Stundensatz.
Und selbst wenn du die Rechnung großzügig halbierst, weil du dir selbst nicht ganz traust: Der Betrag bleibt unangenehm.
Was ich stattdessen mache
Das Ziel ist nicht, dich aus deinem Unternehmen herauszuarbeiten.
Das Ziel ist, dich in die richtige Rolle hineinzuarbeiten.
Du sollst wichtig bleiben.
Vielleicht sogar wichtiger als vorher.
Aber an den richtigen Stellen.
Dieses "Mein Unternehmen läuft komplett ohne mich"-Versprechen gibt es im Coachingmarkt schon hundertfach, und es ist nicht das, was ich dir verkaufen werde.
Du sollst nicht irrelevant für dein Unternehmen werden, sondern verfügbar für das, was tatsächlich nur du entscheiden kannst.
Raus aus dem operativen Tagesgeschäft.
Rein in die unternehmerische Rolle.
Wie das praktisch aussieht: Wir schauen uns an, welche Entscheidungen wirklich bei dir liegen müssen, welche Informationen dein Team braucht, damit es ohne Rückfrage handlungsfähig ist, und welche Strukturen gerade dafür sorgen, dass alles wieder bei dir landet.
Danach arbeiten wir genau daran.
Ich bin dabei nicht dein Cheerleader.
Ich bin dein stärkstes Gegenüber.
Ich sage dir nicht, was du hören willst, ich sage dir, was du hören musst.
Was das für dich bedeutet: Wenn du vor allem bestätigt haben möchtest, dass dein Team das Problem ist, sind wir falsch miteinander.
Ich werde dir nicht sechs Monate lang erklären, dass alle anderen schuld sind.
Alles andere klären wir im Erstgespräch – da sprechen wir über deine Situation, über Zusammenarbeit und auch über Geld.
Du entscheidest danach.
Wenn dich das gerade betrifft: ein Erstgespräch zeigt in 30 Minuten, ob wir zusammenpassen.
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